Kleine schwarze Fliegen aus der Blumenerde, klebrige Blätter am Fensterbrett: Trauermücken und Blattläuse sind die zwei häufigsten Plagegeister in Wiener Wohnungen und Gärten. Beide werden Sie ohne Chemiekeule los — so geht’s.
Trauermücken: die Fliegen aus der Erde
Die 2–4 mm kleinen schwarzen Mücken, die beim Gießen auffliegen, sind selbst harmlos — ihre Larven in der Erde fressen aber an zarten Wurzeln. Sie gedeihen in dauerfeuchter Erde: Trauermücken sind fast immer ein Zeichen für zu häufiges Gießen.
- Trockenlegen: Erde zwischen den Güssen deutlich abtrocknen lassen — das stoppt die Vermehrung sofort. Von unten gießen (Untersetzer), die Oberfläche bleibt trocken.
- Gelbtafeln fangen die erwachsenen Mücken und zeigen den Befallsgrad.
- Quarzsand-Schicht (1–2 cm) auf der Erde verhindert die Eiablage.
- Nematoden (SF-Nematoden) — mikroskopische Nützlinge zum Gießen — beseitigen die Larven biologisch und zuverlässig; bei starkem Befall die beste Waffe.
- Hartnäckige Fälle: in frische, hochwertige Erde umtopfen (billige, feucht gelagerte Erde bringt die Eier oft schon mit — ein Grund, warum sich Qualitätserde auszahlt).
Blattläuse: die Kolonien an Trieben und Knospen
Grün, schwarz oder rötlich sitzen sie dicht gedrängt an jungen Trieben und hinterlassen klebrigen Honigtau. Bei kleinem Befall reicht Wasser, bei größerem helfen sanfte Mittel:
- Abduschen: kräftiger Wasserstrahl, Unterseiten nicht vergessen — wiederholt alle 2–3 Tage.
- Schmierseifenlösung: 1 EL Kaliseife (keine Spülmittel mit Duftstoffen) auf 1 l Wasser, gründlich einsprühen — der Klassiker, der wirklich wirkt.
- Nützlinge fördern: Marienkäfer und Florfliegenlarven fressen hunderte Läuse täglich. Im Garten helfen blühende Stauden und Kräuter, die Nützlinge anzulocken — gegen Läuse im Zimmer gibt es Florfliegenlarven zu kaufen.
- Bei Ameisenstraßen aufpassen: Ameisen „melken“ Läuse und beschützen sie — erst die Läuse bekämpfen, dann verschwinden auch die Ameisen.
Wann zu stärkeren Mitteln greifen?
Erst wenn Hausmittel und Nützlinge mehrfach versagen. Dann bitte gezielt und verantwortungsvoll: Verwenden Sie nur in Österreich zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich exakt an die Anwendungsbestimmungen — das amtliche Pflanzenschutzmittel-Register führt die AGES (Link unten). Für Bienen gefährliche Mittel gehören nicht auf blühende Pflanzen. Wir beraten Sie im Geschäft ehrlich, was nötig ist — meistens ist es weniger, als man denkt.
Fazit
Trauermücken bekämpft man mit Trockenheit, Gelbtafeln und Nematoden — Blattläuse mit Wasserstrahl, Schmierseife und Nützlingen. Chemie ist fast nie nötig, und wenn, dann nur amtlich zugelassen und bienenschonend. Bringen Sie im Zweifel ein befallenes Blatt (im Sackerl) mit nach Hernals — unsere Gärtnerinnen stellen die Diagnose gratis.
Quellen & Behörden
- AGES — Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit — amtliches Pflanzenschutzmittel-Register und Schädlingsporträts
- DIE UMWELTBERATUNG — biologischer Pflanzenschutz und Nützlingseinsatz (gefördert von der Stadt Wien)
- Stadt Wien — Umweltschutz — naturnahes Gärtnern und Bienenschutz in Wien